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“Sei kein Werber”: PowerPlanning Camp in Hamburg

Beim PowerPlanning Camp wird in Teamarbeit für einen echten Kunden eine Markenpositionierung in weniger als 1,5 Tagen arbeitet – eine spannende, herausfordernde und lehrreiche Aufgabe, wie sich herausstellen sollte. Zum 7. Mal fand der Workshop für interessierte junge Planner statt. 2012 auch erstmals mit queo-Beteiligung.

17 Teilnehmer fanden sich am Freitag Morgen bei herrlichem Sommerwetter in den Räumlichkeiten von DraftFCB in Hamburg ein. Statt den Tag an den Elbstränden zu verbringen, teilten die Anwesenden den Wunsch nach einer Herausforderung zum Pfingstwochenende. Die Erwartungen kann man zusammenfassen auf das kennenlernen von neuen Menschen, Tools und Herangehensweisen. Auch ich bin mit dieser Erwartungshaltung in die Hansestadt gekommen. Als gefühlter Neuling auf diesem Gebiet, war ich natürlich gespannt auf die Methodik bei einer Markenpositionierung.

Sei kein Werber

Nach der Input-Phase der anwesenden Coaches (von DraftFCB, Oglivy, Philipp & Keuntje und Razorfish) durfte der Kunde sein Briefing geben. Angetreten war ein Start-Up dass durch einen Rechtsstreit mit der Deutschen Bahn bekannt geworden ist und laut eigenen Angaben nie eine Werbeagentur engagieren würde: Nach dem Briefing folgten löchernde Fragen der aufmerksamen Zuhörer, die die beiden Gründer ordentlich ins Schwitzen gebracht haben. Doch so soll es sein. Anschließend ging es nach einer Stärkung ans Eingemachte. In 4 Teams sollte nun eine Markenpositionierung erarbeitet werden. Ziel war eine Präsentation auf 10 Charts, kein Laptop, kein Powerpoint. Die Coaches unterstützten die Teams beim Planning durch viele Fragen, Anregungen aber auch Verwirrungen. Und durch ein Tool, dass uns dabei half, unsere Gedanken für die Positionierung zu ordnen. Der Brand Key (von Unilever).

Brand-Key von Unilever

Nach dem am Freitag noch bis tief in die Nacht gearbeitet wurde (zu unserer eigenen Verwunderung ja „freiwillig), wurden am Samstag Vormittag nach einer kurzen Nacht die Gedanken für die Präsentation geordnet und auf Papier gebracht. Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Der Kunde hat 4 Markenpositionierungen erhalten, die so überhaupt nicht der Marke entsprechen, mit der sie angereist sind. Und in denen doch alle Werte stecken, die sie verkörpern. Die Positionierungen sind in die Zukunft gedacht und differenzieren die Marke klar vom Wettbewerb. Die Jungs sind begeistert, ein wenig überrascht. Doch wie war doch gleich die Ansage der Coaches: Seid keine Werber. Macht nicht was der Kunden euch im Briefing sagt! ;)

Abschließend kann ich sagen, dass ich tolle Menschen kennengelernt habe, die interessanterweise sehr homogen und doch individuell sind. Ich konnte wieder einmal feststellen wie fesselnd und mitreißend ein Teamspirit sein kann. Ich habe gelernt, dass nur ununterbrochenes in Frage stellen von eigenen und fremden Gedanken zum Ziel führt.  Ich weiß Auseinandersetzungen im Team jetzt zu schätzen, weil ich das Ergebnis am Ende vor Augen habe, dass ohne diese Diskussionen nie entstanden wäre. Ich bin wieder einmal bestärkt darin, dass alle Meinungen gleichberechtigt sind und keine Stimme stärker als andere wiegen sollte. Und ich ich kann im Nachhinein erleichtert behaupten, dass die unterschiedlichen fachlichen Kenntnisstände der Teilnehmer weniger prägend für den Workshop waren, als viel mehr ein heller Kopf und gesunder Menschenverstand.