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Neue Netzwerke braucht das Web

Zumindest scheinen das die beiden Twitter-Gründer Evan Williams und Biz Stone zu denken und haben mit Branch und Medium gleich zwei neue Projekte an den Start gebracht.

Zwei neue Netzwerke zum Austausch und zum Verteilen von Informationen – Branch als Twitter-Erweiterung für die, die mehr als 140 Zeichen brauchen, um sich mit der Welt über die Widrigkeiten des Lebens auszutauschen und Medium als Neuerfindung des Blogs.

Ich sage – hey, coole Sache. Endlich mal zwei neue Plattformen, wo die alten doch schon so runtergerockt und Old School sind.

Aber gut, Spass beiseite – schauen wir uns die beiden Neulinge doch einmal an und weil aller guten Dinge bekanntlich drei sind, werde ich auch noch einen kleinen Blick auf ein deutsches Start Up werfen, dass sich bedingungslos dem Datenschutz verschrieben hat und sicheres Chatten ermöglichen will. Dieses ambitionierte Unterfangen hört auf den frechen Namen Skunkit und stammt aus der Feder eines Studenten und eines Abiturienten aus der Nähe von Stuttgart.

Branch – das „aufgeladene“ Twitter

Während man bei Twitter, auf 140 Zeichen beschränkt, nun wirklich keine großartig anregende Diskussion führen kann, soll dies Branch nun ermöglichen. Mit einem Twitter-Account als Voraussetzung kann man seinen eigenen Diskussionszweig (Branch) eröffnen und andere Twitter-Nutzer zu dieser Diskussion einladen. Das Ergebnis ist dann für alle sichtbar und jeder kann per „ask to join“ anfragen, ob er an der Diskussion teilnehmen darf. Gespickt mit Fotos und Videos wird daraus….ja irgendwie eine Art Forum auf Twitter-Basis. Da sich das Projekt noch in der Beta-Phase befindet, kann ich derzeit noch nicht mehr dazu schreiben. Auf Techcrunch.com findet man aber schon eine gute Beschreibung und einen Clip zum Projekt.

Branch

Medium – Bloggen leicht gemacht

Ein seltsamer Name für ein seltsames Konzept, was aber auf den ersten Blick einen angenehm aufgeräumten Eindruck macht. Ohne langwierige Registrierungsprozesse kann ich praktisch sofort mit einem Blogbeitrag starten. Zumindest in der Theorie, denn bislang existiert das Projekt nur in der Beta-Phase und ohne Einladung kommt man nicht weiter.

Wie Jürgen Vielmeier im Blog „basicthinking“  schreibt: Manchmal muss man neu starten, um etwas zu verbessern“.

Ich unterschreibe das mal so und bin in der Tat ein wenig gespannt auf den Live-Einsatz von Medium. Nachdem ich mich an Tumblr und Posterous probiert habe und WordPress fast täglich verwende, könnte mir Medium eventuell gefallen. Es ist leicht, übersichtlich und bei weitem nicht so mächtig wie WordPress, hat dafür aber auf den ersten Blick einen gewissen Charme. Neue Besen kehren manchmal ja auch gut – also gebe ich Medium auf jeden Fall eine Chance.

Medium

Skunkit – das Stinktier im Messenger-Universum

Wie die Brüder Lukas und Simon Braun auf den witzigen Namen gekommen sind, fragt man sie am besten selber, aber sie haben sich klare Ziele gesetzt:

  • Keine Werbung, sondern Finanzierung über Spenden und Sponsoren (2.532€ haben sie per Crowdfunding mit Hilfe von Startnext schon eingenommen)
  • Datenschutz über alles, keine Speicherung persönlicher Daten und kein Datenhandel
  • Plattformübergreifend für alle Systeme funktionierend (iOS, Mac, Windows, Android…)

Es ist „nur“ ein Messenger, aber einer mit Werten, wie Martin Weigert von netzwertig.com titelt und einer, bei dem die Nutzer keine Angst haben brauchen, dass ihre Texte mitgelesen oder lange gespeichert werden. Sofort nach Auslieferung werden die Inhalte wieder vom Server gelöscht.

Ich habe mich auf jeden Fall schon einmal als Beta-Tester vorgemerkt und werde über die iPhone-App berichten, sobald sie fertig ist.

Skunkit

//kurz und teilbar//
Medium, Branch und Skunkit – drei “neue” Konzepte buhlen ab sofort um die Gunst der Nutzer. Interessante Ansätze, aber ob da der nächste Publikumsliebling dabei ist?