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5 Social Media Learnings für B2B-Unternehmen

Ein Gastbeitrag von Leonie Blume (SMA Solar Technology)

Social Media lohnt sich nicht für B2B-Unternehmen? Warum eigentlich nicht? Seit über einem Jahr sind wir mit SMA, einem mittelständischen Unternehmen aus der Solarbranche, auf diversen Kanälen und mit eigenen Blogs online. Und machen durchaus gute Erfahrungen. Mit unseren Social Media Aktivitäten haben wir es sogar ins Econ Jahrbuch der Unternehmenskommunikation 2012 geschafft. Zeit einmal zurückzuschauen und Bilanz zu ziehen.

Unsere Top Learnings aus einem Jahr Social Media @ SMA

Was ist in dem einen Jahr gut gelaufen und was nicht? Hier unsere fünf wichtigsten Erkenntnisse.

1) Überzeugt Eure Vorgesetzten!

Essentiell für uns war, Unterstützer in der Führungsmannschaft von SMA zu gewinnen. Dafür stellte sich sowohl die von uns geleistete Überzeugungsarbeit als wichtig heraus als auch die Debatten in der Öffentlichkeit, die ohnehin stattfanden. Ich erinnere mich zum Beispiel an das YouTube-Video „United breaks Guitar“, das bei einigen Führungskräften einen Denkprozess einläutete. Viele haben verstanden, dass Menschen über das Internet zu kritischen Konsumenten geworden sind, die immer weniger den Unternehmens-Aussagen in Hochglanzbroschüren, sondern vielmehr in Bewertungen, Kommentare und Empfehlungen von anderen Usern auf Social Media Plattformen vertrauen.

2) Entwickelt Eure Strategie im Team!

Bevor wir gestartet sind, haben wir in unseren verschiedenen Geschäftsbereichen Workshops veranstaltet, um uns über relevante Zielgruppen, Kanäle, Themen und Ressourcen auszutauschen.

Bei diesen Workshops holten wir uns externe Unterstützung der Agentur queo. Dieses Vorgehen hat sich aus heutiger Sicht absolut bewährt. Denn alle fühlten sich dadurch abgeholt und konnten sich mit Ihren Ideen und auch Einwänden einbringen. So ist es uns gelungen, vielen Kollegen die Vorbehalte und Scheu vor diesen neuen Kanälen zu nehmen.

Es wurde deutlich: Nur wer Ressourcen, Prozesse und eine eigene Strategie hat, sollte auch mit eigenen Profilen im Social Web starten. Ansonsten entstehen sehr schnell „tote Kanäle“, die zwar einmal aufgesetzt, dann aber aus Zeit- oder Ressourcengründen nicht bespielt werden können. Oder die im Krisenfall ins Nirwana laufen, weil sich niemand um Antworten kümmern kann.

Zu empfehlen ist auch die Dokumentation all der Kanäle in einem Wiki, also auf einer Plattform, die mitwachsen kann und nicht in einem Worddokument, das irgendwann als fertig gilt und in Vergessenheit gerät. Eine Social Media Strategie sollte regelmäßig, also mindestens alle drei Monate, überprüft und gegebenenfalls überarbeitet werden.

Ein Teil des SMA Social Media Teams

Ein Teil des SMA Social Media Teams

3) Nehmt Eure Kollegen mit!

Wir haben im Anschluss an die Strategieworkshops eine Art „Social Media Tour“ durch SMA gemacht und zum Beispiel Produktmanagern oder Servicemitarbeitern präsentiert, warum diese neuen Kanäle auch für sie Sinn machen und was wir planen. So konnten wir informieren und gleichzeitig interessierte Mitarbeiter gewinnen, die für unseren Unternehmens-Blog schreiben oder uns spannende Geschichten aus dem Unternehmen liefern. Wichtig dabei ist übrigens, dass die Beiträge freiwillig kommen. Man sollte keine Mitarbeiter „zwangsverpflichten“, für einen Blog zu schreiben oder zu twittern.

Neben dieser Tour haben wir zusammen mit queo auch eine Reihe von Schulungen angeboten. So konnten wir die wichtigsten Mitarbeiter fit zum Thema Bloggen, Suchmaschinenoptimierung und Krisenkommunikation machen.

Den Start unseres Mitarbeiterblogs „Sonnenallee“ und der Facebookseite „SMA Karriere“ haben wir auf das SMA Sommerfest gelegt. Das bot mit über 3.000 Mitarbeitern die richtige Plattform, um Fragen zu beantworten und die Kanäle bekannt zu machen – schließlich sind unsere Kollegen auch sehr wichtige Multiplikatoren für uns. Zwischen Bratwurstausgabe und Salatbüffet gab es einen Social Media Stand. Neben der Information und einem Social Media Gewinnspiel konnte man sich an einem Stop-Motion-Video-Dreh beteiligen und SMA zum 30. Geburtstag gratulieren. Das Video posteten wir anschließend mit einem anderen Film vom Sommerfest auf YouTube (und hatten so gleich Content, der gerne weiterempfohlen wurde).

YouTube Preview Image


4) Fangt klein an und bietet Mehrwert!

Neben dem Mitarbeiter-Blog haben wir im Januar 2012 unseren Corporate Blog „Sunny“ gelauncht. Von dort aus verlinken wir weiter auf Twitter und seit neuestem auch auf unsere SMA Corporate Facebook Seite und binden YouTube Videos ein. Es geht uns vor allem um die Verbreitung unserer Beiträge zu den Themen Photovoltaik, Erneuerbare Energien und Energiewende.Es hat sich dabei bewährt, nicht mit allen Kanälen gleichzeitig online zu gehen, sondern klein zu starten und einen Kanal nach dem anderen zu launchen. Hier ein paar ausgewählte Kanäle, in denen wir vertreten sind:

Blogs
Uns ist wichtig, in unseren beiden Blogs regelmäßig Beiträge zu veröffentlichen. Die müssen jedoch erst einmal geschrieben, eingepflegt und mit Fotos versehen werden. Dafür braucht man Autoren und Mitarbeiter, die nachfassen und auf Themensuche gehen. Deshalb ein kleiner Exkurs zum Thema Ressourcen: Das Social Media Team bei SMA besteht aus unterschiedlichen Kollegen bei SMA, die sich Vollzeit oder mit einem Teil ihrer Arbeitszeit um die Themen kümmern. Hinzu kommen eine Reihe freier Autoren, die uns mit Beiträgen und Links beliefern. Die meisten davon sitzen verstreut im Unternehmen. Um den Austausch untereinander sicher zu stellen, trifft sich das Social Media Kern-Team wöchentlich und ein erweitertes Social Media Board monatlich. Und wir chatten und telefonieren natürlich zwischendurch ganz viel.

Der SMA Corporate Blog "Sunny"

Der SMA Corporate Blog “Sunny”

Zum Inhalt eines Blogs: Bietet Euren Lesern, Followern und Fans Mehrwert! Das ist das A & O. Und wenn möglich: unterhaltet sie! Niemand mag Selbstdarsteller, die nur tagein tagaus erzählen, wie toll und groß und bedeutsam sie sind. Beweist, dass ihr toll seid über interessante Beiträge, gebt Tipps, beleuchtet Trends aus Eurer Branche und nehmt auch ruhig mal Stellung zu einem Thema.Unser aktuellen Top-3-Beiträge sind ein Comicvideo über die Solarförderkürzungen, der Blogbeitrag „PV stört. Über die wahren Hintergründe der Solarförderkürzungen“ und ein Beitrag über Eigenverbrauch von Solarstrom, also allesamt keine Beiträge, in denen SMA im Mittelpunkt steht.

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Twitter
Auch auf Twitter posten wir täglich interessante Links zu unseren Themengebieten. Sei es zu eigenen Blogbeiträgen oder externen Quellen, die zu PV und Energiepolitik schreiben. Auch hier geht es um Mehrwert und aktuelle Informationen. Fotos kommen auch gut an. Wichtig bei Twitter ist, sich zu vernetzen, zu retweeten und schnell zu antworten, wenn Fragen aufkommen.

Facebook
Während auf Twitter Links sehr gut funktionieren, werden auf Facebook eher kommentierte Fotos und Videos geliked oder geshared. Auch hier wollen wir sowohl eigene Inhalte posten als auch interessante Beiträge anderer Seiten weiterverbreiten und dadurch einer größeren Leserschaft zur Verfügung stellen.

SMA feiert den 1000. Facebook Fan

SMA feiert den 1000. Facebook Fan

5) Vernetzt Euch! Auch analog

Social Media bedeutet digitale Vernetzung und geteiltes Wissen. Genauso wie ihr geliked werden wollt, so wollen auch andere beachtet werden. Deshalb folgt interessanten Bloggern, Unternehmen, Institutionen und Privatpersonen und verbreitet Inhalte, die ihr lesenswert findet.

Mein Highlight in dem einen Jahr Social Media bei SMA war allerdings nicht nur die Onlinevernetzung. Wir hatten nämlich die Möglichkeit, einen Teil der Energieblogger offline kennen zu lernen. So haben wir uns auf der größten Photovoltaikmesse, der Intersolar Europe, getroffen und beim ersten Barcamp Renewables. Daraus sind schon viele neue Ideen, spannende Gastbeiträge und Kooperationen entstanden. Barcamps sind übrigens die perfekte Möglichkeit, sich zu vernetzen und neue Trends mitzubekommen.

Fazit

Manche Kritiker fragen: Habt ihr dadurch ein Produkt mehr verkauft? Dabei wird m. E. verkannt, wie der Kaufentscheidungsprozess heutzutage verläuft. Immer mehr Menschen informieren sich auf Bewertungsplattformen, bevor sie eine Anschaffung (z. B. bei Amazon) tätigen oder fragen einen Freund um Rat, der online gut vernetzt und in Foren unterwegs ist. Firmen, die eigene Kanäle haben, genießen in der Regel ein höheres Vertrauen, da sie signalisieren: Wir stellen uns öffentlich Euren Fragen und auch Eurer Kritik. Sie bieten Ansprechpartner und damit einen persönlichen Kontakt ins Unternehmen.

Auch wenn ein Jahr in diesem Sinne noch nicht lang ist, haben wir sehr viel gelernt, spannende Geschichten erzählt, tolle Menschen kennengelernt, mit denen wir uns austauschen und auch einige Probleme unserer Kunden lösen können.

Wie gefallen Euch unsere Kanäle? Was können wir verbessern? Welche Themen fehlen euch? Wir freuen uns auf Euer Feedback!

Die Social Media Kanäle von SMA auf einen Blick
http://www.sma.de/unternehmen/social-media-newsroom.html

//kurz und teilbar//
Leonie Blume, Social Media Manager bei SMA Solar Technology, berichtet von den Learnings aus einem Jahr Social Media @ SMA.